Kurzbiographie: Mahmoud Torabi (Taraneh)

Mahmoud Torabi (Taraneh)
Taraneh ist das persische Wort für "Melodie", und obwohl man dem hinter diesem Pseudonym steckenden Dr. Mahmoud Torabi nachsagt, er könne so gut schreiben, dass seine Texte wie Musik klingen, fühlte sich Taraneh zu anderen Künsten berufen: 1939 im Iran geboren, siedelte Torabi 1963 nach Deutschland über, wo er im Anschluss an ein beendetes Studium der Politikwissenschaft schließlich in Soziologie promovierte. Auf Grund seines Engagements für Menschenrechte und Demokratie sowie gegen das iranische Schahregimes wurde Torabi eine Rückkehr in sein Heimatland zunächst verwehrt.

Erst 1979, nach der Revolution, wagte er schließlich die Reise, wurde allerdings auch unter den neuen iranischen Machthabern politisch verfolgt. Zwei Jahre später kehrte er nach Deutschland zurück. Während Dr. Torabi nun Kunstgeschichte studierte – auf einen Abschluss aber verzichtete, weil er "nicht Dr.Dr. heißen" wollte – verdiente er sein Geld als Taxifahrer und begann, sich ganz der Malerei zu widmen.

Nach einer schöpferischen Probephase und einigen kleineren Ausstellungen sah sich der angehende Künstler schließlich vor einer Entscheidung:
"Entweder würde ich verhungern oder vollkommen von meiner Kunst leben!" 1986 entschied Torabi, sich nur noch der Kunst zu widmen und bezog als freischaffender Künstler ein eigenes Atelier. Seitdem finden die Arbeiten des Künstlers Anerkennung auch über die deutschen Grenzen hinweg.

Neben vielen anderen sind es zum Beispiel seine Werke "Zusammenleben" (anlässlich des 1200-jährigen Geburtstages der Stadt Münster, Ort >> Aasee / Münster), "Vision zum Frieden” (zum Thema 350 Jahre Westfälischer Friede / Ort >> Ems-See-Park / Warendorf) oder der berühmte "Bierdeckel gegen Ausländerfeindlichkeit", welche hierzulande eine breite Öffentlichkeit erreichten.

Mahmoud Torabi, der zur Zeit in seinem Atelier "Kunstoase" im westfälischen Münster arbeitet, wird nicht müde, sich für die Realisierung der Menschenrechte, vor allem die der Minderheiten, einzusetzen. Der Künstler, dessen Werke im In- und Ausland gezeigt werden, fordert außerdem eine tiefergehende Demokratisierung der Kunst.

Philip Ritter, Sep 2003

Ausführliche Biographie von Mahmoud Torabi